Foundation Beyerle

2015 dank Gauguin mit Besucherrekord Neue Höhepunkte auf dem Ausstellungsprogramm 2016

Über 481ʼ000 (481ʼ704) Besucherinnen und Besucher zog das Ausstellungs- und Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm der Fondation Beyeler im Jahr 2015 an, davon kamen knapp 370ʼ000 Personen (369ʼ787) während der Ausstellung „Paul Gauguin“, die bisher erfolgreichste in der Geschichte des Museums. Im Vergleich zum Vorjahr äussert sich das Rekordjahr 2015 mit 38% mehr Besucherzahlen und einem Plus von 56% bei den regulären Eintritten. 2015 begrüsste das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz seinen 6millionsten Besucher seit Eröffnung.
Mit den Ausstellungen „Jean Dubuffet – Metamorphosen der Landschaft“; „Alexander Calder & Fischli/Weiss“; „Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter“ und „Roni Horn“ sowie mit der Eröffnung von „24 Stops“, dem Projekt von Tobias Rehberger in Zusammenarbeit mit Vitra, der Gemeinde Riehen, der Stadt Weil am Rhein und dem Presenting Partner Swatch, bietet die Fondation Beyeler auch 2016 ein international geprägtes Programm auf höchstem Niveau.
Der ausserordentliche „Gauguin-Effekt“ sorgte 2015 in vielerlei Bereichen für Zuwächse: Knapp 39%
mehr Besuche aus der Schweiz und über 37% mehr internationale BesucherInnen. Davon
verzeichneten Deutschland mit knapp 48% mehr, Frankreich mit über 40% mehr und die Übersee-Länder mit einem Plus 128% das stärkste Wachstum, wobei das übrige Europa einen Rücklauf von 27% aufwies.
Rekorde gab es ebenfalls bei der Anzahl der knapp 2ʼ000 Führungen (1ʼ926); insgesamt besuchten 670 Schulklassen das Museum. Insgesamt ergab sich für die Vermittlung eine Beteiligung von rund 33ʼ000 Personen. Die Führungen wurden wie immer in mehreren Sprachen angeboten, zusätzlich gab es Führungen für Seh- und Hörbehinderte. Für jeweils zwei Monate, im August und zur vorweihnachtlichen Zeit, bot die Fondation Beyeler allen Personen unter 25 Jahren einen kostenlosen Eintritt. Zu jeder Ausstellung gab es Familientage mit Workshops für Kinder und Eltern mit einer Gesamtbesucherzahl von knapp 8ʼ000 Personen. Eine gute Bilanz für eine der Kernaufgaben im gesellschaftlichen Auftrag des Museums, nämlich die Kunstvermittlung an Kinder und Jugendliche.
Zum ersten Mal wurden im Rahmen der Gauguin-Ausstellung eigens konzipierte, kostenfreie
Audioguides für Kinder, die 2ʼ313 kleine Abnehmer fanden. Über 65ʼ000 Erwachsene machten
insgesamt von Audioguides Gebrauch.
Mit einem Zuwachs von 35% gegenüber dem Vorjahr konnten auch die Beiträge von Sponsoren und Gönnern erhöht werden, was im Zusammenhang mit der Attraktion, aber auch den Kosten für die Ausstellung „Paul Gauguin“ betrachtet werden soll. Zur diversen Finanzierung der Institution tragen auch die Subventionen durch Kanton Basel-Stadt und die Gemeinde Riehen, die für vier Jahre erneuert, jedoch nicht erhöht wurden.

Alexander Calder & Fischli/Weiss

29. Mai – 4. September 2016
Die Fondation Beyeler plant vom 29. Mai bis 4. September 2016 eine umfassende Ausstellung zu Alexander Calder und dem Künstlerduo Peter Fischli und David Weiss. Nach der erfolgreichen Präsentation der „Alexander Calder Gallery I-III“ und der Zusammenarbeit mit der Calder Foundation über mehrere Jahre hinweg freuen wir uns, mit der Ausstellung „Alexander Calder & Fischli/Weiss“ einen neuen und besonderen Zugang zu Calders Schaffen vorzuführen.
Im Zentrum der Ausstellung steht das Moment des fragilen Gleichgewichts, eines prekären und gleichzeitig glücksverheissenden, immer nur temporären Zustands. Anders als in den grossen, historisch angelegten Ausstellungen zu Calder der letzten Jahre wird in hier ein Schlüsselmoment seines Schaffens ins Heute versetzt und auf seine Aktualität hin befragt. In exemplarischer Weise hatten Alexander Calder (seit Anfang des 20. Jahrhunderts) und Peter Fischli und David Weiss (seit dessen Ende) Formulierungen dieses Moments gefunden. Diese könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein, erweisen sich aber später doch nur als zwei Seiten einer Münze, als Ergebnis unterschiedlicher Perspektiven in verschiedenen Zeiten auf das gleiche Thema.
In der Ausstellung werden ausgewählte Werkgruppen Calders in einen offenen und raumübergreifenden Dialog mit einzelnen Werken von Peter Fischli und David Weiss gestellt. Die Schwerpunkte, entlang denen sich die Ausstellung entfaltet, folgen entscheidenden historischen Momenten in Calders Schaffen. Sie erstrecken sich von der Arbeit am Circus in den 1920er Jahren über den Schritt zur Abstraktion und zur Erfindung des Mobile Anfang der dreissiger Jahre, bis hin zum souveränen und fulminanten Spiel mit den formalen Möglichkeiten, die sich daraus eröffnet haben. Als Kontrapunkte treten die Werke von Peter Fischli und David Weiss auf und geben der Ausstellung den besonderen Ton.
In der unerwarteten Verbindung erhalten Momente des Tüftelns, des Beobachtens und
Experimentierens ein eigenständiges Gewicht, die Wechselbeziehung von Schwerkraft und
Schwerelosigkeit wird damit als ungemein lebendiger Prozess in einer neuen Perspektive erlebbar.
Leichtigkeit und Schwere, das Ausloten der Grenzen des Spiels, Scheitern und Zufall als künstlerische Praxis, das Pendeln entlang der feinen Linie zwischen Humor und Poesie, der Seiltänzer als Prototyp für eine existentielle Realität – es gibt viele Berührungspunkte, um Werke von Alexander Calder und Fischli/Weiss gemeinsam und dennoch eigenständig wirken zu lassen. Nur einmal in der Ausstellung wird es zu einer direkten Begegnung von Fischli/Weiss und Calder kommen, welche die Ausstellung und ihre Erzählung eröffnen wird.
Calder (1898-1976) ist der Meister des fragilen Gleichgewichts in der Kunst der Moderne. Sein
Schaffen gilt als Inbegriff des Ausgleichs zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit. Sein gesamtes Werk ist der Suche nach Balance gewidmet. Die Faszination seines Werkes liegt in der Gleichzeitigkeit von jedes Mal neu gesuchter und meist erreichter faktischer Balance und ihrer in vielfältigen Formen realisierten Visualisierung. Mit der bahnbrechenden Erfindung des „Mobile“ hat Calder dafür in der Kunst der Moderne die gültigste Form geschaffen.
Peter Fischli Peter Fischli (1952) und David Weiss (1946-2012) haben dem Thema der offenen Balance in ihrem gemeinsamen Schaffen ab 1979 eine ikonische Form ganz anderer Art gegeben. Mit der gleichen lustvollen Unermüdlichkeit entwickelten sie – in Filmen und Skulpturen, mit Sprache, Fotografie und Malerei – ein unwiderstehliches Spiel um Balance, um Klarheit und Übersicht, in dem allerdings Unwägbarkeiten und Stolpersteine gegenüber der Eleganz und Lösungszuversicht der grossen Geste der Moderne – wie sie das Mobile verkörpert – oft die Oberhand gewinnen.
Die Ausstellung wird kuratiert von Theodora Vischer, Senior Curator an der Fondation Beyeler, und entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Calder Foundation New York und dem Künstler Peter Fischli.
Text: (c) Presse foundationbeyerle
Weitere Auskünfte:
Elena DelCarlo, M.A.
Head of PR / Media Relations
Tel. + 41 (0)61 645 97 21, presse@fondationbeyeler.ch, www.fondationbeyeler.ch
Fondation Beyeler, Beyeler Museum AG, Baselstrasse 77, CH-4125 Riehen
Öffnungszeiten der